StartseiteHistorischesGroßfeuer waren Triebkraft für Modernisierung (Teil 3)

Großfeuer waren Triebkraft für Modernisierung (Teil 3)

Lausitzer Rundschau 20.02.2002
Golßen. Die Freiwillige Feuerwehr in Golßen begeht in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Der Golßener Hobbyhistoriker Lars Rose hat deren Geschichte aufgeschrieben. In mehreren Teilen veröffentlicht die RUNDSCHAU diese Historie von den Anfängen bis hin zur Gegenwart.

Großbrände waren offensichtlich der letzte Anstoß zur Modernisierung der Golßener Feuerwehr. Im Jahre 1925 brannte die Stärkefabrik am Bahnhof bis auf die Grundmauern nieder, nur ein halbes Jahr später gab es in Folge von Brandstiftung bei Zieglers Motormühle ein weiteres Großfeuer, bei den Wehren aus den Nachbarorten vor Ort waren. Begünstigend für die Modernisierung der Feuerwehr kam die wirtschaftliche und finanzielle Lage der Stadt hinzu, die sich in der Mitte der 20er Jahr wie in ganz Deutschland gebessert hatte.

Zunächst wurde noch 1926 eine zweirädrige hölzerne Schiebeleiter mit einer Höhe von 15 Metern gekauft. Kostenpunkt: 1650 Mark. Durch Umlage auf alle Hausbesitzer finanzierte man einen Großteil dieser Summe. Für die eingeschossigen Häuser mussten deren Besitzer vier und für höhere Gebäude sechs Mark bezahlen. Zum Ausgleich wurden sie von der jahrhundertealten Pflicht entbunden, stets eine bis zum Dach reichende Leiter bereit zu halten. Beschlossen wurde 1926 auch, einen „Feueralarmkasten“ (Feuermelder mittels Signalhorn) am Rathaus anzubringen. Ein Jahr später gab es in der Stadt bereits vier davon.
Das Jahr 1927 ist auch aus heutiger Sicht eines der bedeutendsten in der Golßener Feuerwehrchronik. Zum einen feierte die Wehr ihren 25. Geburtstag. Gleichzeitig war sie, wohl auch aus diesem Grund, Ausrichter des 6. Kreisverbandstages der Freiwilligen Feuerwehren des Luckauer Kreises. Wichtiger noch als die Festivitäten war die Anschaffung der ersten Motorspritze. Die Kosten für das Gerät der Luckenwalder Firma Koebe von 7100 Mark wurden zum Teil durch Spenden aufgebracht. Von Nachteil war jedoch, dass auch die neue Spritze immer och von einem Gespann gezogen werden musste und auch keine Luftbereifung hatte. Höhepunkt des Jubiläumsjahres 1927 war die offizielle Übergabe des neuen Gerätehauses am Stadtwall.
Einigen Ärger hatte es im Vorfeld gegeben, als es um die Ausschreibung der verschiedenen Arbeiten ging. Handwerksmeister wie zum Beispiel Max Schönbeck und Artur Hensel fühlten sich – ob zu Recht oder Unrecht ist heute nicht mehr zu klären – bei der Vergabe benachteiligt, als die Konkurrenten Paul Krüger („Sause-Krüger“) und Hermann Lieske aus Falkenhain mit den Maurer- bzw. Zimmermannsarbeiten beauftragt wurden. Insbesondere Max Schönbeck hatte als Oberführer der Wehr Probleme, die Entscheidung der Stadt zu akzeptieren.
Zu Beginn der 30er Jahre zählte die Golßener Wehr rund 70 aktive Mitglieder. Für einen Löscheinsatz standen neben der modernen Motorspritze und der alten „Grünen Spritze“, unter anderem ein Schlauchwagen, eine Schiebeleiter und insgesamt 15 Steigeausrüstungen zur Verfügung.
1934 trat der Mitbegründer und langjährige Oberführer Max Schönbeck von seinem Posten zurück. Rund 32 Jahre hatte er an der Spritze der Freiwilligen Feuerwer gestanden und deren Entwicklung maßgeblich beeinflusst. Sein Nachfolger wurde Schornsteinfegermeister Robert Stephan.

Quelle: Lausitzer Rundschau 20.02.2002
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