StartseiteHistorischesFeuerwehrgründung hatte finanzielle Zwänge (Teil 1)

Feuerwehrgründung hatte finanzielle Zwänge (Teil 1)

Lausitzer Rundschau ??.??.2002
Golßen. Die Freiwillige Feuerwehr in Golßen begeht in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Der Golßener Hobbyhistoriker Lars Rose hat deren Geschichte aufgeschrieben. In mehreren Teilen veröffentlicht die RUNDSCHAU diese Historie von den Anfängen bis hin zur Gegenwart.

Seit alters her war eine gute Brandbekämpfung für Städte und Dörfer von großer Bedeutung. Kam es doch immer wieder zu Schadenfeuern, die manchmal ganze Ortschaften in Schutt und Asche legten. Neben den obligatorischen Pflichtfeuerwehren, denen früher alle männlichen Hausbesitzer angehörten, wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr Freiwillige Feuerwehren gegründet. In Berlin im Jahre 1851 und in Luckau 1875. Wiederum rund 25 Jahre später war es auch in Golßen soweit. Einen Anstoß dazu gab der damalige Luckauer Landrat von Manteuffel. Bereits 1901 hatte er in einem Schreiben an den Golßener Magistrat die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr angeregt.

Landrat erhielt Bittbriefe

Offensichtlich spielten dabei gute Erfahrungen mit der Luckauer Wehr, aber auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Der Landrat erhielt nämlich recht häufig von brandgeschädigten Gemeinden Bittbriefe zur Begleichung von Unkosten.
Dazu ein Beispiel: 1898 hatte es wieder einmal die Golßens Wassermühle an der Dahme erwischt. Sie gehörte damals noch zum herrschaftlichen Gutsbezirk derer von Solms. Mehrere Gebäude standen in Flammen. Als erste waren die Golßener Pflichtfeuerwehr und die des Gutsbezirks mit ihren Spritzen am Brandort. Gemeinsam verhindern sie ein übergreifen des Feuers auf das Wohngebäude. Vom Landrat wurde ihr Einsatz mit Prämien belohnt; insgesamt 48 Mark für die Spritzen und zehn Mark für den Wasserwagen.

55 Männer bei Gründung

Am 23. April 1902 fand die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr im Gasthaus Hönicke statt. 55 Männer waren der Einladung zweier Handwerksmeister gefolgt und trugen sich anschließend in die Mitgliedsliste ein. Zum Oberwehrführer wählten sie Max Schönebeck und zu seinem Stellvertreter August Hensel.
Organisiert war die Wehr in drei Zügen, einem Steiger-, einem Gerät- und einem Spritzenzug.
Die körperlich schwerste Arbeit hatten zweifellos die Kameraden an der handbetriebenen Spritze zu leisten.
Sorgen bereiteten den Mitgliedern von Anfang an die Beschaffung von Uniformen und leistungsfähigen Löschgeräten.
Aber auch die Unterbringung des Materials war lange Zeit ein Problem. Aus Geldmangel mussten deshalb Teil- oder Überganslösungen in Kauf genommen werden. An den Bau eines massiven Gebäudes für alle Löschgeräte war zunächst nicht zu denken. Finanziell nachbar war lediglich ein Holzturm zur Unterbringung einer Spritze, diverser Gerätschaften und der Schläuche. 1905 wurde der Turm am Stadtwall zwischen den Grundstücken Schulze (später Speck), Rolke und Bergmann gebaut. Das Gebäude hatte nur 17 Quadratmeter Grundfläche. Die Baukosten von 970 Mark wurden gemeinsam von der Stadt, der Brandenburgischen Feuer Societät und dem Kreis Luckau aufgebracht.
Gast- und Herbergswirt Oskar Bergmann erhielt zum Ausgleich den Teil des Stadtwall-Grundstücks, auf dem das Armenhaus stand. Das wurde bald danach abgerissen.

Aus der Not geboren

Aus finanzieller Not geboren, genügte der erste Holzturm der Wehr wirklich nur den allerbescheidensten Ansprüchen. Er stand noch bis 1929 und wurde dann zum Abriss – inzwischen war ein massives Gerätehaus am Stadtwall gebaut worden – für ganze 100 Mark versteigert.

Quelle: Lausitzer Rundschau ??.??.2002
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